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Zweit Blog

[Gothic-Elfe]
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Juli 2008

An den genauen Verlauf des Abends erinnere ich mich nicht mehr, aber ich nehme mir einmal das Recht bis zu einem bestimmten Punkt vorzuspulen.

Wir waren total betrunken. Es war eine Menge Alkohol geflossen. Wir hatten gelacht, geflucht, erzählt. Wir, V., M., er und ich, waren bei ihm.

Die beiden Mädchen waren ins Bad gegangen, um sich die Haare zu glätten. Oh Gott! M. hatte damals immer ein Glätteisen dabei. Ich meine es genau so: Immer.

Er kam vom Balkon wieder herein, weil er geraucht hatte. Wie immer eigentlich. Alle 20 bis 30 Minuten stand er auf, um zu rauchen. Ganz die Manier eines Kettenrauchers.

Ich setzte mir die Flasche an die Lippen und trank weiter. Immer weiter, weiter und weiter.

"Trink nicht so viel. Du bist betrunken", warf er mir in seiner vollkommen gleichgültigen Art vor.

Aus irgendeinem Grund, wahrscheinlich war es der Alkohol, passte mir sein gleichgültiger Ton, seine arrogante Visage und seine komplette Fick-dich-Tour ganz und gar nicht. Er war mir zum ersten Mal zuwider. Ins Gesicht hätte ich ihm spucken können.

Und weil ich ihn in dem Augenblick so innig hasste, warf ich ihm eine patzige Antwort an den Kopf. Nie zuvor hatte es sowas je gegeben! "Du bist mindestens so betrunken wie ich, Arschloch!"

Ich beschreibe es am besten genauso kurz, bündig und würdelos wie es war: Es schlug mich. Er schlug mir mit seiner flachen Hand direkt ins Gesicht. Er schlug heftig genug zu, um bei mir ein Tinnitus-Pfeifen zu verursachen.

Ich weinte und ging, irrte lange durch die Straßen. Die Mädchen bemerkten nicht einmal wie ich ging. Die ganze Szene war leise und in einer kurzen Zeitspanne von sich gegangen. Da gab es nichts zu bemerken. Keine auffälligen Geräusche. Nichts. Und das Klatschen wurde vom Lachen und Tratschen der Mädchen verschluckt, die sich im Bad das Haar frisierten.

Noch nie zuvor hatte man mich geschlagen. Noch nie. Noch nie war ich so respektlos behandelt worde. Es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein...

 An diesem Abend sind noch einige Dinge mehr geschehen, aber ich spare mir die Ausführung in der Hoffnung, dass mein Gedächtnis es irgendwann löschen könnte.

4.1.12 17:13


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Mai 2008

Es war schon so viel passiert, aber vor allem war so viel nicht passiert, das ich mir erhofft hatte, dass ich mich in seiner Gegenwart eingeschüchtert fühlte. Seine Nähe war nicht mehr nährend, wohltuend oder erqickend.

Alles hatte sich geändert, aber am Wichtigsten war: Er hatte sich geändert. Auf mich machte er einen zumeist grüblerischen, manchmal sogar wütenden Eindruck. Mir gegenüber wurde er mit jedem Tag unbeteiligter. Doch seine Ignoranz war mir egal. Ich wollte nur ihn, hatte schon immer nur ihn gewollt. Sonst niemanden. Niemals.

Ich hatte ihn bereits geliebt, ehe ich ihn das erste Mal gesehen hatte. Zumindest kam es mir so vor.

Ich lehnte am Türrahmen seines Zimmers. "Wir sind jetzt 7 Monate zusammen."

"Aha!"

Mehr nicht. Ich presste die Lippen aufeinander und ging Heim.

4.1.12 16:55


April 2008

In diesem Monat habe ich ihn das erste Mal betrogen. Zurückbetrogen sozusagen. Ich war so schrecklich wüte d auf ihn, immer noch, dass ich Rache wollte.

Mein Teschtelmeschtel war ein Junge, der bei uns in dern Nachbarschaft wohnt. Er war als ich jünger war auf er selben Schule wie ich. Ich war in der fünften Klasse und er in der achten, glaube ich.  Damals hatte ich schon gehört, dass er ein Arschloch war, aber ich konnte mich nicht recht erinnern, worum es sich im Einzelnen handelte. Ich wusste nicht recht was es war, dass ihm zum Arschloch gemacht hatte.

16.8.11 22:36


Februar 2008

Ich glaube, dass es im Februar war, aber ich bin mir nicht mehr sicher. Ich sagte ihm, dass ich ihn liebte und er antwortete, dass er mich auch lieben würde.

Ich schreibe es hier auf, weil er es nie wieder gesagt hat. Nie wieder. Als ich ihn einmal fragte wie, sagte er, dass es ihm leidtäte, dass er so gefühllos sei. Ich muss sagen, dass er es auch war, aber dass ich in der Zeit als er endlich gefühl zeigte zu sehr von ihm angewidert war, als dass ich es hätte würdigen können. Es waren kleine Dinge.

Ende des Monats schlief ich mit ihm. Ich hatte nach der Sache mit dieser kleinen Liebelei von ihm ständig das Gefühl ihm nicht zu genügen. Ich tat es in einem dreckigen, kleinen Keller. Es war dunkel, dreckig, muffig, ich ekelte mich hinterher vor mir selbst.

Hinterher rauchte ich. Zwei Wochen zuvor hatte ich angefangen mit dem Rauchen. Angefangen weil er es auch tat. Ich weiß wie dumm das klingen muss, aber ... ich weiß nicht.

28.7.11 22:13


Januar 2008

Er entschuldigte sich bei mir. Er sagte, dass er sich törischt verhalten hätte. Er bat mich um Verzeihung. Ich konnte ihm nicht verzeihen. Wochen habe ich damit verbracht mich im Bett zusammenzurollen und mich in meinem Lernstoff für dei Schule zu ertränken. Ich wünschte mir, dass er wiederkäme, aber als er dann kam wies ich ihn ab.

Es vergingen zwei Wochen. Jedes Mal wenn er mich sah, redete er auf mich ein. Ich blickte starr nach vorn, wenn er dies tat und ging nach Hause, während mir die Tränen über das Gesicht liefen.

Zwei Wochen. Zwei verdammte Wochen war ich zu verletzte, zu stolz, zu ... alles.

Ich saß mit einigen Freunden im Hof und redete mit ihnen. Nicht darüber. Sie wussten es noch immer nicht. Da sah ich ihn mit einer glühenden Zigarette nach Hause gehen. Nur wenige Sekunden des Zögerns vergingen, dann folgte ich ihm. Er stand vor der Tür. Ich glaube, dass er auf mich gewartet hat. Ich legte meinen Kopf auf seine Schulter und flüsterte:"Ich liebe dich."

Er antwortete:"Ich weiß."

Wir gingen dahin wo wir immer hingingen, wenn wir allein sein wollten. In den Keller. Billiger Drehtabak, kalter Zigarettenrauch und er selbst. Endlich roch die Welt wieder wie sie riechen sollte.

29.5.11 14:50


JETZT WIE HEUTE

Er war mein bester Freund, mein engster Verbündeter, mein heißester Geliebter, aber vor allem war er mein größter Feind... Ich habe nie wieder einen wie ihn gefunden und nie wieder einen wie ihn verehrt.

Ich schreibe das alles nicht, weil ich ihm Vorwürfe machen will, sondern weil ich ihn vermisse. Nach anderthalb Jahren, in denen ich kein Wort mit ihm gesprochen habe, vermisse ich ihn.

29.5.11 14:40


23. Dezember 2007

Mein Geburtstag. Ich wurde 16. Ich wurde 16 und ich wusste, dass er heute seine Ex-Freundin vögeln würde. Tanja. Er war am 21. um 4 Uhr früh zu seinem Vater in die Ukraine gefahren. Ich öffnete meine Geschenke mit zitternden Händen, legte mich früh schlafen und hoffte, dass mein Leiden bald beendet sein würde. Mehr gibt es nicht zu sagen. Ich fühlte mich wie eine zerbrochene Porzellanpuppe.
29.5.11 14:35


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